Es war zu erwarten, dass die Neonazis im Vorfeld ihres Führer-Gedenktags mit besonderem Eifer ihre Duftmarken setzen und wenigstens voraushechelnd aufmarschieren müssen, wenn sie schon an ihrem heiligsten Datum nicht demonstrativ die Fahnen schwenken dürfen: Matthias Fischers fränkische NPD-Freunde haben programmgemäß den Freitag vor Hitlers Geburtstag zum öffentlichen Andachtstag erkoren und für den 18. April, 19 Uhr ihren Traditionsaufmarsch in Gräfenberg angemeldet. Das übliche Motto der rechtsradikalen Spukveranstaltung mit Trommeln, Transparenten und ca. 50 Mitläufern: Denkmäler sind für alle da.
Die Bürger der Stadt Gräfenberg werden ihr Kriegsgefallenendenkmal auch an diesem Tag vor rechtsradikaler Schändung schützen und dem Aufmarsch der Neonazis das Gedenken entgegensetzen, das dem Datum angemessen ist: "KZ-Befreiungstage im April ? nie wieder Nazi-Terror!" ist das Motto der Gegenkundgebung, zu der Stadt und Bürgerforum am 18. April, 19 Uhr auf den Gräfenberger Marktplatz einladen.
Mit Mahn- und Gedenk-Transparenten über und entlang der Aufmarschroute der Neonazis wird Gräfenberg an die über 500 000 Menschen erinnern, die allein in Konzentrationslagern in Deutschland ermordet wurden - ganz zu schweigen von den Millionen Mordopfern in den Vernichtungslagern jenseits der deutschen Grenzen, in Auschwitz, Treblinka, Majdanek und zu vielen anderen. Gräfenberg wird den Aufmarsch der Neonazis zu ihrem Führer-Geburtstag umfunktionieren zu einem Portal der Erinnerung an die Mordopfer ihres Idols.