Christoph Ruf, Politologe, Redakteur bei Spiegel Online
Donnerstag, 25. Februar 2010, 19:30 Uhr
Evang. Gemeindehaus Gräfenberg, Kirchplatz 3
Zusammen mit seinem Kollegen Olaf Sundermeyer hat Christoph Ruf zwei Jahre lang dort recherchiert, wo die rechtsextremen Milieus prosperieren: Auf Europas größtem Rechtsrock-Festival, bei Aufmärschen der autonomen Nationalisten, im Dresdner Landtag. Die beiden Journalisten waren dort, wo die NPD Sportvereine und Feuerwehren unterwandert. Und sie haben alle maßgeblichen Vertreter der Partei getroffen: Von Parteichef Udo Voigt über den starken Mann der Partei, Holger Apfel, bis zum Münchner Stadtrat Karl Richter, dem die NS-Nostalgie der Basis die Landtagswahl verhagelt hat.
So unmittelbar wie Olaf Sundermeyer und Christoph Ruf hat sich bislang noch kein Journalist mit der NPD befasst. Deshalb gelingt ihnen die authentische Nahaufnahme einer wandlungsfähigen nationalen und sozialistischen Partei, die eine existenzielle Gefahr für die parlamentarische Demokratie darstellt. Die zentrale These des Buches, „den Anti-Demokraten ist nicht durch Verbote sondern nur durch Zivilcourage beizukommen“, wäre nur eine These ... wäre da nicht eine Kleinstadt in der Fränkischen Schweiz, die die Neonazis mit kreativem, aber umso beharrlicherem Widerstand in ihre Schranken gewiesen hat.
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